Griechenland beharrt auf seinen Reparationsforderungen: Kurz vor dem 80. Jahrestages des deutschen Angriffs auf Griechenland im Zweiten Weltkrieg erklärte das Außenministerium, dass die Frage der Entschädigung aus griechischer Sicht weiterhin offen sei.

»Die Frage bleibt offen bis zur Erfüllung unserer Forderungen. Diese Forderungen sind gültig und aktiv und sie werden mit jedem Mittel geltend gemacht«, sagte Ministeriumssprecher Alexandros Gennimatas der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage. Verhandlungen würden sich positiv auf die griechisch-deutschen Beziehungen auswirken.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras machte die Reparationsforderungen gegenüber Deutschland bereits 2015 zum Wahlkampfthema. Während der Flüchtlingskrise trat das Thema allerdings in den Hintergrund. Griechenland hatte Deutschland im Juni 2019 erneut zu Verhandlungen über Reparationen aufgefordert. Im Oktober wurde diese Forderung von deutscher Seite zurückgewiesen. Anschließend bekräftigte auch die Regierung des heutigen konservativen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis im Januar 2020 noch einmal, dass die Reparationsfrage für sie offen sei.

Nazi-Deutschland hatte Griechenland und Jugoslawien am 6. April 1941 überfallen. Bis 1944 verübten SS und Wehrmacht in Griechenland zahlreiche Massaker. Sie bezeichneten das als Vergeltung für Partisanenangriffe. Zehntausende griechische Zivilisten kamen im Krieg ums Leben.

Eine griechische Parlamentskommission schätzte die Summe für die von Deutschland verursachten Kriegsschäden im Land auf mindestens 289 Milliarden Euro – inklusive einer Zwangsanleihe, die Griechenland der Deutschen Reichsbank während des Krieges gewähren musste.

Das Land hatte bereits im April 2019 erwogen, deutschen Besitz zu pfänden. Mit der Verabschiedung eines Berichts gab das Parlament der griechischen Regierung damals den Auftrag, alle ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen und diplomatischen Register zu ziehen, damit Deutschland die…