Bei steigenden Infektionszahlen
GEW will Abiturprüfungen notfalls ausfallen lassen – und auf Unterrichtsnoten setzen

Mit großen Abständen stehen Tische und Stühle in der Turnhalle vom Montessori-Schulzentrum in Leipzig. In der Turnhalle wurden im Januar die Abiturprüfungen unter größten hygienischen Bedingungen geschrieben.

© Waltraud Grubitzsch / Picture Alliance

Mit Blick auf das Infektionsgeschehen in europäischen Nachbarstaaten schlägt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine mögliche Absage der Abiturprüfungen vor. Der hessische Kultusminister allerdings pocht auf den regulären Prüfungsablauf.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. „Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). „Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden.“

Interview

Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort

Corona und die Kleinsten: „Kinder sind viel flexibler als Erwachsene. Sie wollen aber wissen, was gilt“

19.12.2020

Tepe sagte, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen, müssten die Abiture trotzdem von den Bundesländern gegenseitig anerkannt werden. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

Hessischer Kultusminister will kein Corona-Abitur

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte im RND-Podcast „Die Schulstunde“, die Kultusministerkonferenz gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Eine Absage von Prüfungen wäre nach seinen Worten zum Nachteil…