von Svenja Napp

05.04.2021, 13:55 Uhr

Janna Sehlmeyer arbeitet seit sieben Jahren als Physiotherapeutin, vor einem Jahr wechselte sie auf die Intensivstation eines Hamburger Krankenhauses. Was gefällt ihr an ihrem Beruf? Und wem würde sie die Ausbildung empfehlen?

Im Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf arbeitet Janna Sehlmeyer als Physiotherapeutin. Sie ist 31 Jahre alt und wollte nach dem Abitur etwas Praktisches machen. Ein Krankheitsfall in ihrer Familie brachte sie zu ihrem heutigen Beruf, für den sie von der niedersächsischen Küstenstadt Cuxhaven nach Hamburg zog. Ihre Arbeit mit Intensivpatienten ist herausfordernd, aber der Umgang mit Patienten macht sie glücklich. Dem stern hat sie erzählt, was sie an ihrem Beruf liebt und welche Herausforderungen im Alltag auf sie warten. 

Janna, du hast nach deiner Ausbildung sechs Jahre in einer Praxis gearbeitet und bist vor einem Jahr ins Krankenhaus gewechselt. Was gefällt dir besser?

Es ist beides sehr unterschiedlich. Im Moment bin ich auf der Intensivstation, das ist natürlich eine ganz andere Arbeit als in der Praxis. Was mich in der Praxis immer gestört hat, ist die Bürokratie. Die Arbeit mit den Rezepten nimmt viel Zeit in Anspruch, die man eigentlich lieber mit den Patienten verbringen würde. Zumal die Zeit generell knapp bemessen ist. 20 bis 30 Minuten sind festgelegt pro Behandlung – und da fällt alles mit rein. Der Patient muss ankommen, sich ausziehen, die PhysiotherapeutIn muss die Befunde im Anschluss dokumentieren. Das ist schon sehr knackig. Man wünscht sich einfach mehr Zeit am Patienten. Das ist im Krankenhaus anders, hier kann ich meine Zeit besser einteilen.

Die Stellen in Krankenhäusern sind sehr begehrt, das liegt wohl vor allem an der Bezahlung. In Praxen ist das Gehalt der Physiotherapeuten von der Heilmittelverordnung abhängig, also von den Krankenkassen. Da ist genau…