Zehn Terawattstunden Strom braucht die Deutsche Bahn pro Jahr, das entspricht dem Jahresbedarf aller Einwohner von Hamburg. Weil die Bahn sich als klimafreundliche Alternative zu Auto und Flugzeug positionieren will, verwenden die Bahnmanager derzeit viel Mühe darauf, an grün produzierten Strom zu kommen.

Nun hat der Staatskonzern mit RWE einen Vertrag über die Lieferung von zusätzlichen 190 Gigawattstunden aus dem Offshore-Windpark Amrumbank-West geschlossen. »Diese Menge allein entspricht dem Bedarf von fast sechs Tagen elektrischen Bahnbetriebs in ganz Deutschland«, sagte DB-Energiechef Torsten Schein der Nachrichtenagentur AFP. Jährlich würden so bis zu 153.000 Tonnen CO₂ eingespart.

Die DB hatte bereits Ende 2020 drei Verträge mit Energiekonzernen über die Lieferung von insgesamt 780 Gigawattstunden Grünstrom geschlossen, die aus Wasser-, Wind- und Sonnenkraft stammen. Zu dem Deal gehörte auch ein Vertrag mit RWE über die Lieferung von mehr als 260 Gigawattstunden Ökostrom jährlich aus dem Windpark vor Helgoland. Der neue Vertrag für die zusätzlichen 190 Gigawattstunden läuft ab 2025 für 15 Jahre. Jedes vierte Windrad auf der Amrumbank vor Helgoland wird sich dann für die Deutsche Bahn drehen.

100 Prozent Ökostrom bis 2038

»Power Purchase Agreements« (PPA) sind langfristige Stromverträge zwischen Produzent und Abnehmer; sie sollen Preisrisiken vor allem bei großen Investitionen in den Aufbau oder Weiterbetrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen senken.

»Die DB bringt den noch jungen deutschen PPA-Markt voran«, sagte Schein. »Unser konsequenter Weg zu 100 Prozent Grünstrom trägt dazu bei, dass sich der Markt für erneuerbare Energien hierzulande weiterentwickelt.« Wasserkraft habe sich bei der Bahn seit über hundert Jahren bewährt. Bei Sonnenenergie und Windkraft sehe der Konzern großes Ausbaupotenzial.

Heute stammen bereits 61 Prozent des von der Bahn benötigten Stroms aus nachhaltigen Quellen, rechnet der Konzern vor. 2030 soll der Anteil…