Zwischen Ostern und Pfingsten wollen die Vorsitzenden von CDU und CSU klären, wer Kanzlerkandidat wird. Der Druck der Umfragen wächst weiter – und einer kann sich Sticheleien nicht verkneifen.

Die Umfragewerte: Abgestürzt. Das Kanzleramt: Wackelt. Und dann noch die K-Frage: Ungelöst. Knapp sechs Monate vor der Bundestagswahl wächst in der Union die Nervosität.

Zwischen Ostern und Pfingsten soll endlich entschieden werden, wer für CDU und CSU als Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl am 26. September zieht. Das haben die beiden potenziellen Kandidaten der Union, Armin Laschet und Markus Söder, versprochen. Doch von besinnlicher Osterruhe und brüderlicher Einigkeit ist wenig zu spüren: CSU-Chef Söder stichelt weiter gegen Laschet, den Vorsitzenden der großen Schwesterpartei.

Spaltet die K-Frage ausgerechnet im Bundestagswahljahr die Union? Nach der Migrationskrise 2015 waren CDU und CSU fast auseinander geflogen. Zumindest inhaltlich schienen die Unionsschwestern zuletzt wieder versöhnt. Doch nun fragt man sich in der CDU: Findet die Union im Wahlkampf die für ihre Anhänger so wichtige Einigkeit? Viele halten das neben einem besseren Corona-Management für eine der wichtigsten Bedingungen, um aus dem Umfragetief aufzutauchen. Teils liegt die Union ja nur noch ein paar Pünktchen vor den Grünen.

Die Oster-Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten stoßen in der CDU-Führung manchem sauer auf. «Die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur sollte auch eng mit Angela Merkel abgestimmt werden», sagt Söder der «Bild am Sonntag». Ein Kandidat ohne Unterstützung der Kanzlerin könne kaum erfolgreich sein. Lapidare Hinweise eigentlich, die Laschet auch unterschreiben würde. Wäre da nicht Söders Unterton, den sie in der großen Schwesterpartei mitschwingen hören: Der Bayer sieht sich ja sehr eng auf Merkels harter Corona-Linie – und Laschet wohl weniger.