Seit mehr als zwei Monaten ist Myanmar in der Gewalt einer Militärjunta. Die Generäle hatten gegen die Zivilregierung geputscht und die Kontrolle im Land übernommen. Seither haben nach Angaben der Menschenrechtsvereinigung Assistance Association for Political Prisoners (AAPP) Polizei und Armee insgesamt 550 Menschen getötet, darunter 46 Kinder.

Seit das Militär die Macht übernommen hat, gehen Bürgerinnen und Bürger des Landes fast täglich auf die Straße, um für die Wiedereinsetzung der demokratisch gewählten Regierung zu demonstrieren. Die abgesetzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi wird vom Militär festgehalten. Weil das Regime regelmäßig gewaltsam gegen Demonstrationen vorgeht und das Internet weitgehend abgeschaltet hat, geht die Oppositionsbewegung zunehmend zu kleineren, kurzfristigen Straßenprotesten über und kommuniziert etwa per SMS, Telefon oder Funk.

Auch am Samstag demonstrierten so wieder Frauen und Männer in mehreren Teilen des Landes – und das Regime ging erneut brutal gegen sie vor. Örtlichen Quellen zufolge eröffneten bewaffnete Einheiten des Militärregimes das Feuer, fünf Menschen wurden getötet. In der Zählung von AAPP sind sie noch nicht enthalten.

Internationale Kritik am Militärregime

Drei Menschen starben demnach, als Sicherheitskräfte in der Stadt Monywa in eine Menschenmenge schossen, wie der Nachrichtendienst »Myanmar Now« meldete. »Sie feuerten ununterbrochen mit Blendgranaten und scharfen Schüssen«, teilte einer der Demonstranten der Nachrichtenagentur Reuters via Messaging-App mit. Vor seinen Augen sei ein Mensch von einer Kugel in den Kopf getroffen worden. Auch in den Städten Bago und Thaton wurde jeweils ein Mann erschossen, wie das »Bago Weekly Journal« online berichtete.

Das Vorgehen des Militärregimes ist international auf scharfe Kritik gestoßen, etwa von den USA, EU-Staaten und Vertretern der Vereinten Nationen. China, das enge Beziehungen zu seinem Nachbarland pflegt, hat sich hingegen zurückhaltend…