Modellprojekt
Turbinen für Orkney-Inseln – EU fördert Gezeitenstrom

Zwei in Schweinfurt entwickelte Tidenturbinen des Lagerherstellers SKF sollen künftig an der Küste der schottischen Orkney-Inseln sauberen Strom aus der Kraft des Meeres gewinnen. Foto: -/Orbital Marine Power Ltd./dpa

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Sauberer Strom soll in Europa nicht mehr nur von Windrädern und Solaranlagen kommen. Die EU will die Kraft des Meeres nutzen. Ein Modellprojekt geht in Kürze in Schottland in Betrieb – mit in Deutschland hergestellten Tidenturbinen als Herzstück.

Vor der Küste der Orkney-Inseln soll in Kürze ein ehrgeiziges europäisches Modellprojekt zur Gewinnung sauberen Stroms aus Meereskraft in Betrieb gehen.

Angetrieben wird das schwimmende schottische Gezeitenkraftwerk von zwei in Franken entwickelten hergestellten Tidenturbinen des Lagerherstellers SKF, der sich damit ein neues Geschäft erschließen will. «Wir glauben, dass wir in drei bis fünf Jahren in die kommerzielle Phase der Serienproduktion kommen können», sagte SKF-Deutschlandchef Martin Johannsmann der dpa in Schweinfurt. «Momentan sind wir noch im Prototypenstadium.»

Herkömmliche Gezeitenkraftwerke funktionieren ähnlich wie Wasserkraftwerke an Binnengewässern – die Strömung treibt in einer Staumauer installierte Turbinen an. Die riesigen Mauern beeinträchtigen jedoch sowohl Tier- und Pflanzenwelt als auch das Landschaftsbild. Das neuartige Gezeitenkraftwerk «Orbital O2» des schottischen Startups Orbital Marine Power sieht anders aus und soll insbesondere verträglich für die Fischwelt sein.

Unter einem 72 Meter langen, zigarrenförmigen Schwimmkörper sind die SKF-Turbinen mit einer Leistung von zwei Megawatt in etwa 15 Meter Tiefe an zwei langen Armen befestigt. «Die EU-Kommission will 2025 100 Megawatt Strom mit Tidenturbinen erzeugen, 2030 ein Gigawatt», sagte Johannsmann. «Da werden dann…