Ich kann mich noch genau an meinen letzten Restaurantbesuch erinnern: Es war im Herbst 2020 in einem Lokal an der Hamburger Außenalster – im Innenraum. Im April 2021 erscheint das wie ein Erlebnis aus einer anderen Welt.

Der pandemiebedingte Verzicht aufs Essengehen könnte immerhin das Leben verlängern – zumindest, wenn stattdessen mehr selbst gekocht wird. Das ist das Ergebnis einer Studie von Epidemio­logen um Wei Bao von der University of Iowa.

Zwischen 1999 und 2014 befragten Forscher mehr als 35.000 er­wachsene US-Amerikaner nach ihren Essgewohnheiten. Dann dokumentierten die Wissenschaftler, wie viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Erhebung in den folgenden Jahren starben.

Das Risiko eines frühen Todes, fanden sie heraus, ist bei Menschen, die mindestens zweimal täglich auswärts essen, um durchschnittlich 50 Prozent erhöht gegenüber jenen, die sich dieses Vergnügen höchstens einmal in der Woche gönnen. Bei der ersten Gruppe war die sogenannte Hazard Ratio, die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis innerhalb eines Jahres ­eintritt, für den Tod durch Krebs um den Faktor 1,2 erhöht, für Herz-Kreislauf-Sterbefälle gar um knapp 1,7.

Mutmaßlich liegt es daran, dass viele Auswärtsesser nicht ins vegane Sternerestaurant gehen, sondern ins Fast-Food-Lokal.

Einen Zusammenhang zwischen Schlemmen außer Haus und verfrühtem Tod haben auch andere Untersuchungen aufgezeigt: Wer oft auswärts speist, nimmt mehr Fett und energiereichere Nahrung auf. Vitamine und andere Nährstoffe machen dagegen im Vergleich zu selbst zubereiteten Speisen einen geringeren Anteil aus. Dass diese Unterschiede Lebens­jahre kosten können, haben Bao und sein Team jetzt erstmals nachgewiesen.

Die Forscher werben vor allem fürs Selberkochen. Doch was bringt ein langes Leben, wenn es sich nur am heimischen Herd abspielt? Die Heilkraft der Geselligkeit dürfte der Gesundheit ebenfalls nutzen.

Ich wünsche Ihnen schon jetzt viel Freude an Ihrem nächsten…