Satire darf ziemlich viel. Vor allem darf sie wehtun, sollte sie sogar. Wenn Kabarettistinnen und Kabarettisten auf die Bühne steigen, dürfen Politikerinnen, Wirtschaftsbosse und Funktionäre ruhig in Schwitzen geraten. Wer in der Öffentlichkeit steht, muss damit rechnen, durch den Kakao gezogen zu werden.

Auch der Satiriker Helmut Schleich hält es nach Auskunft seines Senders so. Im Bayerischen Rundfunk (BR) witzelt er seit zehn Jahren in der Sendung »SchleichFernsehen«, einmal monatlich erscheint eine neue Ausgabe. Über das Format heißt es auf der Homepage des Senders, Schleich parodiere »die Mächtigen – und die, die es gerne wären«.

In der jüngsten Ausgabe waren diese Mächtigen: Schwarze.

Schleich hatte sich als afrikanischer Despot verkleidet und die Klischeekeule rausgeholt. In Fantasieuniform und mit einem ausgestopften Krokodil wedelnd, redete er davon, wie er sein Volk unterdrücke – Shutdown und »Shut up« bekomme er auch ohne Infektionsschutzgesetz hin. Der Sketch soll eine Parodie auf das Corona-Management der »Bananenrepublik« Deutschland sein. Um es auch den begriffsstutzigsten Zuschauenden deutlich zu machen, griff Schleich dafür tief in den Farbtopf und malte sich sein Gesicht schwarz an.

»Blackfacing« ist zu Recht verpönt

Was Schleich da macht, wird als »Blackfacing« bezeichnet. Und das ist rassistisch. Die Maskerade hat ihren Ursprung in den »Minstrel Shows« des 18. und 19. Jahrhunderts, weiße Schauspieler schwärzten ihre Gesichter, um sich über Schwarze lustig zu machen. In den vergangenen Jahren gab es eine breite Debatte über »Blackfacing«, es ist mittlerweile zu Recht verpönt.

Nun lässt sich über Humor streiten – man könnte dem Bayerischen Rundfunk und Schleich einfach unterstellen, es nicht besser gewusst zu haben. Dem ist aber nicht so. Nach umfangreicher und empörter Kritik im Netz hat sich der Sender zu Wort gemeldet. »Die Diskussionen zum Thema ›Blackfacing‹ und der damit verbundenen Problematik waren der…