Walter Kohl soll vor dem Landgericht Bonn Klage gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eingereicht haben. Der Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl fordert demnach 5,48 Millionen Euro. Das berichtet die »Bild«-Zeitung.

Im vergangenen Frühjahr hatte sich Kohl demnach über seine Firma Kohl Consult an der Ausschreibung des Gesundheitsministeriums zur Maskenlieferung beteiligt. Neben anderen Firmen habe auch die von Kohl den Zuschlag bekommen. Kohl Consult sollte den Angaben zufolge am 8. Mai eine Million FFP2-Masken für 4,50 Euro anliefern. Kohl war nach seiner Aussage bei der Lieferung persönlich dabei und wartete zwölf Stunden, wie die »Bild« schreibt. Die Lkw hätten allerdings wegen eines Kapazitätsengpasses nicht abladen dürfen.

Drei Tage später sei die Lieferung dann erfolgt. Die fällige Summe habe Kohl Consult aber nie erhalten. Spahns Ministerium habe plötzlich behauptet, die Masken seien nicht wasserabweisend, so Kohl. Das aber habe Spahn auch nicht bestellt. »Ich verstehe nicht, warum Jens Spahn und sein Ministerium bewusst ihre eigenen Verträge brechen. Der Grundsatz, Verträge sind einzuhalten, gilt offenbar für die beiden nicht«, sagte Kohl dem Blatt.

Laut Vertrag, der der »Bild« vorliegen soll, sollte die Bezahlung sieben Tage nach Lieferung erfolgen. Ohne Prüfung der Ware – wie angeblich bei den Verträgen mit anderen Lieferanten auch. Ein Sprecher von Spahn erklärte auf »Bild«-Anfrage: »Zu den Details laufender Verfahren äußern wir uns nicht.«