Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates prangerten in ihrer Erklärung den „Tod von Hunderten Zivilisten, unter ihnen Frauen und Kinder“ an. Sie äußerten sich tief besorgt über die „sich schnell verschlechternde Lage“ in dem südostasiatischen Land.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte zwei Tage auf Antrag Großbritanniens über die jüngste Gewalt gegen Demonstranten in Myanmar beraten. Am Samstag waren nach UN-Angaben landesweit mindestens 107 Menschen getötet worden, darunter sieben Kinder. Es war der bislang blutigste Tag der Proteste gegen die Militärherrschaft in Myanmar seit Anfang Februar.

Peking setzt seine Formulierung durch

Nach Angaben von Diplomaten gestalteten sich die Verhandlungen über die jetzt veröffentlichte Erklärung sehr schwierig, um eine gemeinsame Erklärung wurde lange gerungen. Die vorherigen Fassungen des von Großbritannien eingereichten Textes enthielten indirekte Drohungen mit Sanktionen gegen die Militärjunta. Nach Angaben von Diplomaten wurde dies aber von China abgelehnt. Peking habe auch durchgesetzt, dass nicht von der „Tötung“, sondern vom „Tod“ hunderter Zivilisten die Rede ist.

Pressebriefing zur Sicherheitsratssitzung zu Myanmar

Es sei dennoch ein „sehr wichtiges Signal“, dass der Sicherheitsrat mit einer Stimme spreche, sagte ein UN-Botschafter. Es ist die dritte einstimmige Erklärung des UN-Gremiums zu den Vorgängen in Myanmar seit dem Militärputsch Anfang Februar.

Die Militärmachthaber sehen sich seit dem Umsturz massiven Protesten gegenüber, gegen die sie äußerst brutal mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition vorgehen. Nach Angaben von Bürgerrechtsgruppen wurden dabei bereits mehr als 535 Menschen getötet. Auch am Donnerstag setzten die Gegner der Junta ihre Proteste fort. Demonstranten verbrannten Kopien der von der Armee gebilligten Verfassung.

Straßenproteste in Yangon

Angesichts des immer härteren Vorgehens der Generäle gegen die Bevölkerung hatte die UN-Sondergesandte für…