Im Ukrainekonflikt kommt es zu neuen Spannungen zwischen den USA und Russland. Nach Berichten über die Verlegung russischer Truppen an die Grenze zur Ukraine hat US-Außenamtssprecher Ned Price den Kreml vor Versuchen gewarnt, »unseren Partner Ukraine einzuschüchtern oder zu bedrohen«. Washington sei besorgt »wegen der jüngsten Eskalation des aggressiven und provokativen Vorgehens Russlands im Osten der Ukraine«, sagte Price am Donnerstagabend (Ortszeit) vor Journalisten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, dass Russland seine Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine verstärkt habe. Moskau wolle dadurch eine »bedrohliche Atmosphäre« schaffen. Der ukrainische Militärgeheimdienst warf der russischen Armee vor, sie wolle ihre Präsenz in den von den Rebellen kontrollierten Regionen Donezk und Luhansk ausweiten.

»Eskalierende russische Aggression«

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin telefonierte nach Angaben Kiews mit seinem ukrainischen Kollegen Andrej Taran. Austin habe versichert, dass Washington die Ukraine »im Falle einer eskalierenden russischen Aggression« nicht allein lasse, teilte das ukrainische Verteidigungsminister mit.

Moskau und Kiew hatten sich in dieser Woche gegenseitig für die jüngste Zunahme der Gewalt im Ostukraine-Konflikt verantwortlich gemacht. Nach ukrainischen Angaben wurden seit Beginn des Jahres bei Angriffen prorussischer Rebellen 20 Soldaten getötet und 57 weitere verletzt.

Im Konflikt um die Ostukraine wurden bereits mehr als 13.000 Menschen getötet. Russland weist den Vorwurf zurück, es unterstütze die Rebellen militärisch. Im Juli vergangenen Jahres hatten sich die Konfliktparteien auf einen Waffenstillstand geeinigt. Seit Mitte Februar gibt es aber verstärkte Kampfhandlungen, die den ohnehin fragilen Waffenstillstand stetig untergraben.