In den vergangenen Jahren gab es mehrfach militärisch heikle Situationen entlang der russisch-ukrainischen Grenze – doch nun gehen neue Spannungen in der Ostukraine über das übliche Säbelrasseln hinaus. Russland konzentriert mehr Militäreinheiten als bisher entlang der Grenze, die Ukraine bereitet die Einberufung von Reservisten vor. Vor diesem Hintergrund warnten die USA die russische Regierung vor Versuchen, »unseren Partner Ukraine einzuschüchtern oder zu bedrohen«.

Jetzt hat der Kreml auf die Vorwürfe reagiert. »Russland bedroht niemanden und hat nie jemanden bedroht«, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Zu einer möglichen westlichen Truppenverlegung in die Ukraine betonte Peskow, dass »ein solches Szenario zweifellos zu einem weiteren Anstieg der Spannungen in der Nähe der russischen Grenzen führen« würde: »Natürlich würde dies zusätzliche Maßnahmen der russischen Seite erforderlich machen, um die russische Sicherheit zu gewährleisten.«

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland am Donnerstag vorgeworfen, seine Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine verstärkt zu haben. Moskau wolle dadurch eine »bedrohliche Atmosphäre« schaffen. Der ukrainische Militärgeheimdienst beschuldigte die russische Armee, ihre Präsenz in den von den pro-russischen Rebellen kontrollierten Regionen Donezk und Luhansk ausweiten zu wollen.

Riskanter Test

Die US-Regierung zeigte sich angesichts der Berichte besorgt. Außenamtssprecher Ned Price verurteilte die »jüngste Eskalation des aggressiven und provokativen Vorgehens Russlands im Osten der Ukraine«. Nach Angaben aus Kiew sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin seinem ukrainischen Kollegen Andrej Taran in einem Telefonat zu, die Ukraine »im Falle einer eskalierenden russischen Aggression« nicht allein zu lassen.

Im seit 2014 andauernden Konflikt um die Ostukraine wurden mehr als 13.000 Menschen getötet. Russland weist den Vorwurf zurück, es unterstütze die Rebellen in…