Bei einem Anti-Terror-Einsatz in der Bergregion Tunesiens nahe der algerischen Grenze hat eine Frau sich und ihr Baby getötet. Sicherheitskräfte töteten dort zunächst einen islamistischen Extremisten, wie das Innenministerium mitteilte. Daraufhin habe die mutmaßliche Selbstmordattentäterin, die nicht aus Tunesien stamme, einen Sprengstoffgürtel gezündet und dabei auch ihr Baby getötet. Ihre zweite Tochter habe überlebt.

Bei einem zweiten Einsatz sei zudem ein hochrangiger Extremist getötet worden, dessen Gruppe Verbindungen zur Terrormiliz »Islamischer Staat« habe.

Tunesien ist eines der wenigen Länder in der Region, in dem nach den Revolutionen 2011 kein Bürgerkrieg oder großflächige Unruhen entstanden. Dennoch sollen sich geschätzt 3000 Tunesier dem IS oder anderen dschihadistischen Gruppierungen im Irak, in Syrien und Libyen angeschlossen haben. Nach schweren Anschlägen im Jahr 2015 hatte sich die Sicherheitslage in dem bei Touristen beliebten Land wieder verbessert.

Im März vor knapp einem Jahr starb ein Polizist, als zwei Selbstmordattentäter sich in der Nähe der US-Botschaft in Tunis in die Luft sprengten. Im März 2015 wurden 21 Touristen und ein Polizist getötet, als Bewaffnete das Bardo-Museum in der Hauptstadt angriffen. Drei Monate später wurden 38 Touristen, darunter zwei Deutsche, bei einem Angriff auf ein Hotel in der Küstenstadt Sousse getötet.