Wer Anteile einer Firma kauft, der Grundstücke oder Gebäude gehören, musste bislang keine Grunderwerbsteuer zahlen. Vor allem große Immobilienkäufer nutzen die sogenannten Share Deals, um Steuern zu vermeiden. Dieses Schlupfloch soll nun zumindest enger gemacht werden, berichtet das »Handelsblatt«. Demnach hat sich die Große Koalition darauf geeinigt, Anteilsgeschäfte einzudämmen und den Immobilienerwerb strenger zu regeln.

Bislang gilt: Erwirbt der Käufer nicht direkt ein Grundstück oder Gebäude, sondern Anteile einer Firma, der dies gehört, muss er keine Grunderwerbsteuer zahlen, solange er weniger als 95 Prozent dieser Firma übernimmt. Die restlichen fünf Prozent kann er dann nach fünf Jahren ebenfalls übernehmen, ohne dass die Steuer fällig wird. Dadurch entgingen dem Staat Milliardeneinnahmen.

Die Grundsteuer ist in den Bundesländern unterschiedlich hoch und macht bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises aus.

Neuregelung soll ab 1. Juli gelten

Die Beteiligungsschwelle soll nun sinken, und Steuern sollen fällig werden, wenn binnen zehn Jahren mehr als 90 Prozent der Anteile an einer Immobilien-Gesellschaft den Eigentümer wechselten. Das bestätigte der SPD-Finanzpolitikerin Cansel Kiziltepe der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag: »Wir kommen mit diesem Gesetz einen wichtigen Schritt voran in unserem Kampf gegen die schädliche Steuergestaltung mittels Share Deals.«

Ein Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums soll demnach Ende April vom Bundestag verabschiedet werden und zum 1. Juli in Kraft treten.

Nach jahrelangem Streit hatte die SPD zuletzt eine Absenkung auf 75 Prozent gefordert. Dagegen sträubte sich die Union, unter anderem wegen verfassungsrechtlicher Bedenken. Die SPD warf ihrem Koalitionspartner daher Blockade vor. Am Ende stimmte die SPD laut »Handelsblatt« der Schwelle von 90 Prozent im Rahmen einer Paketlösung zu. Dazu gehörten weitere Steuerregelungen, etwa eine Reform des Außensteuerrechts.

»Angesichts der Enthüllungen der letzten…