Wer schon einmal in Michigan oder Kalifornien auf den Autobahnen unterwegs war, ist meist froh wenn, wenn der Wagen die Tortur über nicht enden wollende, meterbreite Schlaglöcher halbwegs überstanden hat. Ausgerechnet in bevölkerten Ecken des Westens oder in der früheren Heimat der großen Automobil-Firmen sind die Straßen oft in einem erbärmlichen Zustand. Schätzungen zufolge summieren sich die zusätzlichen Reparaturkosten an Autos durch Asphaltschäden auf jährlich 112 Milliarden Dollar.

Doch das ist nur ein Problem von vielen. Überall in den USA zerbröckelt die öffentliche Infrastruktur. Brücken, Flughäfen, Dämme, Tunnel – teilweise wurde seit Jahrzehnten kein Cent mehr darin investiert. Manchmal, weil anderes wichtiger war, manchmal fehlte durch massive Steuersenkungen schlicht das Geld für Ausbesserungen und Neubauten. Die meisten US-Präsidenten versprechen im Wahlkampf große Investitionen in die Infrastruktur – oft bleibt es bei der Ankündigung.

Joe Biden will zwei Billionen in die Hand nehmen

Doch Joe Biden, der neue Mann im Weißen Haus, will nun den großen Wurf. Umgerechnet 1,7 Billionen Euro (das ist eine Zahl mit zwölf Nullen) will er in die Modernisierung des Landes stecken. Diese unfassbar große Summe, die in etwa dem gesamten Schuldenberg Deutschlands entspricht, soll in  30.000 Kilometern Straße, 10.000 Brücken, mehrere Flughäfen, den öffentlichen Nahverkehr und die Elektromobilität gesteckt werden. Einen solchen Plan gibt es nur einmal pro Generation, so Biden, und werde Millionen von Jobs schaffen.

Auch politisch ist das Vorhaben ein gigantisches Unterfangen. Die Bevölkerung steht zwar dahinter, doch die Demokraten sind auch auf die Stimmen der konservativen Republikaner angewiesen. Gleichzeitig kriegen sie vom linken Flügel Druck, dem das alles nicht genug ist. Wie immer Bidens ambitioniertes Vorhaben ausfällt, dringend nötig ist es, wie einige…