Digitale Spuren
„Tote Rentnerin Wohnung Hamburg“: Wie Kriminelle sich durch Googeln selbst verraten

Auch Verbrecher googeln – manchmal sehr zur Freude der Polizei (Symbolbild)

© Armin Weigel / DPA

Oft denkt man gar nicht darüber nach, was man im Internet nachschaut. Das trifft auch auf Verbrecher zu. Für die Polizei kann das ziemlich hilfreich sein, beschert ihr aber auch eine Menge neue Arbeit.

Wann kommt der nächste Bus? Wie entfernt man am besten Öl-Flecken aus der Kleidung? Ein Griff zum Smartphone und schon hat man die Antwort. Oft stöbert man viele Male am Tag im Internet, ganz selbstverständlich und manchmal schon fast unbewusst. Und davor sind auch Verbrecherinnen und Verbrecher nicht gefeit. Die Arbeit der Ermittler verändert das erheblich.

„Es finden sich immer mehr Beweismittel in der digitalen Welt“, sagt Fabian Puchelt vom Bayerischen Landeskriminalamt. Das zeigt sich auch immer wieder in Gerichtsprozessen, in denen virtuelle Spuren dazu beitragen können, Verdächtige zu überführen.

Ein paar Beispiele:

Der inzwischen wegen Mordes verurteilte Verlobte der getöteten Regensburger Studentin Maria Baumer suchte im Internet nach dem perfekten Mord und der tödlichen Dosis eines Beruhigungsmittels.In einem anderen Fall vor dem Nürnberger Landgericht informierte sich ein Angeklagter im Internet über tödliche Stichverletzungen, bevor er einen Nebenbuhler erstach, mit dem er sich zuvor per SMS verabredet hatte.In einem Prozess in Trier wegen einer Diebstahlserie von Endoskopen aus Kliniken machten sich zwei Männer unter anderem verdächtig, weil sie zuvor nach den betroffenen Abteilungen im Internet gesucht hatten.In Hamburg googelte eine Angeklagte nach einem Messerangriff auf eine alte Frau nur fünf Stunden nach der Tat „Tote Rentnerin Wohnung Hamburg“ – Details, die wahrscheinlich nur die Täterin wissen konnte.