Wenig ist bekannt über die Corona-Lage in Nordkorea. Das ohnehin schon international isolierte Land hat sich nach dem Ausbruch der Pandemie noch weiter abgeschottet. Innerhalb der Grenzen sollen extrem harte Virus-Beschränkungen gelten. Details waren bisher spärlich, nun jedoch liefern russische Diplomaten einen Einblick.

Mitarbeiter der russischen Botschaft in Pjöngjang hatten am Donnerstag einen Brief veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem: »Es ist verständlich, dass viele die nordkoreanische Hauptstadt verlassen. Kaum jemand erträgt die Einschränkungen im täglichen Leben. Den massiven Mangel an grundlegenden Dingen, auch an Medikamenten. Die Tatsache, das gesundheitliche Probleme einfach nicht behandelt werden können.«

Sie beschreiben eine »massenhafte Ausreise« von Diplomaten aus der Hauptstadt, die die Bedingungen vor Ort nicht mehr ertragen könnten. Über den Brief berichtet unter anderem der britische »Guardian«. Es seien »kaum noch Diplomaten im Land«, so der Brief. Unter 300 internationale Vertreter befänden sich noch vor Ort – Tendenz sinkend. Erst in der vergangenen Woche hatte die Uno mitgeteilt, dass sie kein ausländisches Personal mehr in Nordkorea habe.

Für Aufsehen hatte ein Fall im Februar gesorgt. Aus Mangel an Reisealternativen waren Diplomaten und ihre Familien mit einer Art Draisine, einem handbetriebenen Schienenfahrzeug, ausgereist. Bilder zeigen sie beim Überqueren einer Brücke, die Nordkorea von Russland trennt.

In der vergangenen Woche waren gleich sechs nordkoreanische Grenzsoldaten nach China übergelaufen. Als Motiv für ihre riskante Flucht hatten sie »Hunger und Erschöpfung« angegeben.

Knapp zwei Millionen Impfdosen sollen ins Land kommen

Problematisch für die Versorgungslage in dem bitterarmen Land ist besonders der Rückgang im Handel mit China, dem wichtigsten internationalen Partner. Dieser sei um 80 Prozent zurückgegangen, bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sogar noch weiter. Das geht aus einem Bericht von…