US-Präsident Joe Biden hat seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj versichert, er könne auf die »unerschütterliche Unterstützung« Amerikas für die Souveränität und Integrität des Landes zählen. Beide Präsidenten führten am Freitag ihr erstes Telefonat seit Bidens Amtsantritt im Januar. Das Weiße Haus warf Russland in einer Mitteilung »anhaltende Aggression« im Donbass und auf der Krim vor.

Kurz zuvor hatte Russland den Westen vor einer Entsendung von Truppen in die Ukraine gewarnt. »Ein solches Szenario würde zweifellos zu einem weiteren Anstieg der Spannungen in der Nähe der russischen Grenzen führen«, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag vor Journalisten. »Natürlich würde dies zusätzliche Maßnahmen der russischen Seite erforderlich machen, um die russische Sicherheit zu gewährleisten.«

Peskow äußerte sich einen Tag, nachdem die Ukraine und die USA der Regierung in Moskau Drohgebärden vorgeworfen hatten. Nach Angaben von Selenskyj hat Russland zuletzt seine Truppenpräsenz an der Grenze zur Ukraine verstärkt. Am Freitag kündigte die russische Armee zudem eine Anti-Drohnen-Übung in der Nähe der ukrainischen Grenze an.

»Bereit zur Vergeltung«

Der britische Außenminister Dominic Raab erklärte am Freitag, er sei ernsthaft besorgt angesichts der aktuellen russischen Militäraktivitäten, welche die Ukraine bedrohten.

Der ukrainische Präsident Selenskyjs sagte, die Armee seines Landes sei »bereit zur Vergeltung«. US-Präsident Biden habe ihm versichert, die Ukraine werde angesichts der Bedrohung durch Russland »nicht allein gelassen«.

Das Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine ist schwer belastet. Russland hatte sich vor sieben Jahren die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt. Die EU und die USA haben wegen der Annexion Sanktionen gegen Russland verhängt.

Darüber hinaus führt Russland seit 2014 einen Konflikt um die Ostukraine. Hier wurden mehr als 13.000 Menschen getötet. Im Juli vergangenen Jahres hatten sich…