Der Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca sorgt nun auch in seiner Heimat Großbritannien für Probleme. So sind nach Verimpfung mit der britisch-schwedischen Vakzine mittlerweile 30 Fälle seltener Blutgerinnseln aufgetreten. Dies seien 25 Fälle mehr als bisher gemeldet, teilte die britische Arzneimittelbehörde (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) in ihren wöchentlichen Bericht mit. Nach der Verwendung von Biontech- und Pfizer-Impfstoffen hätten die Wissenschaftlerinnen und Forscher der Behörde hingegen keine Unauffälligkeiten feststellen können.

Die Gesundheitsbehörde gab jedoch Entwarnung. Sie glaube, dass die Vorteile des AstraZeneca-Impfstoffs dennoch das mögliche Risiko von Blutgerinnseln überwiegen würden. Die Gefahr, diese spezielle Form der Blutgerinnsel zu bekommen, sei »sehr klein«. Den 30 Fälle stünden insgesamt 18,1 Millionen verspritzte Dosen des Impfstoffs gegenüber. »Sie sollten sich weiterhin mit der Vakzine impfen lassen, sobald Sie Ihre Einladung erhalten«, empfiehlt die Behörde den Britinnen und Briten.

31 Fälle auf 2,8 Millionen Geimpfte

In Deutschland wird AstraZeneca hingegen nur noch eingeschränkt verimpft. Seit Mitte März ist bekannt, dass der Impfstoff von AstraZeneca bei einer bestimmten Personengruppe und in seltenen Fällen zu schweren Nebenwirkungen führen kann. Am Dienstag überarbeitete die Ständige Impfkommission (Stiko) nun ihre Empfehlungen für das Präparat und riet, AstraZeneca nicht mehr bei Menschen unter 60 Jahren einzusetzen.

Die Bundesregierung folgte der Empfehlung. Am Dienstagabend verkündeten Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn, das Präparat solle nur noch bei ab 60-Jährigen verimpft werden.

Rund 2,8 Millionen Menschen haben hier bereits eine Erstimpfung mit dem Vaxzevria genannten Mittel erhalten. Laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) traten bei 29 Frauen zwischen 20 und 63 Jahren Blutgerinnsel auf. Auch zwei Männer waren betroffen. Neun Menschen waren an den…