Ärger über Kanzler Kurz
EU-Partner verteilen Corona-Impfstoff um

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Foto: Hans Punz/APA/dpa

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Einige EU-Staaten haben weniger Corona-Impfstoff zur Verfügung und hinken beim Impfen hinterher. Nun helfen Deutschland und andere mit einer Spende. Österreich, Tschechien und Slowenien bleiben unter sich.

Deutschland und andere Staaten spenden einigen östlichen EU-Partnern gut 2,8 Millionen Dosen Corona-Impfstoff, damit sie in der Impfkampagne nicht abgehängt werden. Österreich, Tschechien und Slowenien machen nicht mit.

Dies ist das Ergebnis wochenlanger Verhandlungen der 27 EU-Staaten und eines vom österreichischen Kanzler Sebastian Kurz angefachten Grundsatzstreits über die Impfstoff-Verteilung. Am Ende stand eine pragmatische Lösung. Aber auch eine Menge Ärger, vor allem über Kurz.

Der 34-jährige Regierungschef hatte das Thema Mitte März gesetzt. Recherchen des Kanzleramts hätten ergeben, dass der Impfstoff in der EU ungleich verteilt sei, es gebe offenbar Nebenabsprachen. Von einem Basar war die Rede. Von drohenden politischen Spannungen in der EU. Kurz holte fünf weitere Staats- und Regierungschefs an Bord, seine Amtskollegen aus Bulgarien, Kroatien, Lettland, Slowenien und Tschechien. Gemeinsam verlangten sie Korrekturen.

Tatsächlich gibt es eine Unwucht – in einigen EU-Staaten ist der Corona-Impfstoff noch deutlich knapper als etwa in Deutschland. Das liegt daran, dass nicht alle Staaten immer ihr ganzes Kontingent an den von der EU zentral beschafften Impfstoffen genutzt haben.

Grundsätzlich gilt: Jeder der 27 Staaten hat Anspruch auf einen Anteil nach Bevölkerungsstärke. Schöpft ein Land dies nicht aus, können andere EU-Staaten diese Mengen aufkaufen. Einige Regierungen setzten besonders auf Astrazeneca und sind nun wegen Lieferproblemen im Nachteil….