In den USA ist die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenhilfe wieder gestiegen. In der vergangenen Woche wurden 719.000 Erstanträge gestellt, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das sind 61.000 Anträge mehr als eine Woche zuvor. Analysten hatten mit einer geringen Zahl gerechnet, im Mittel lag ihre Prognose bei 675.000.

Die Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen Monaten zwar verbessert, sie bleibt aber angespannt. Vor der Corona-Krise waren in den USA deutlich weniger Hilfsanträge gestellt worden, nur etwa 200.000 pro Woche. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung am Arbeitsmarkt. Der Jobmarkt wurde durch die Corona-Krise hart getroffen. Noch immer sind in den USA viele Millionen Menschen mehr arbeitslos als vor der Krise.

Konjunkturpaket treibt Boom an

Unterdessen rechnet die US-Industrie mit guten Geschäftsaussichten: Sie wächst so kräftig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Einkaufsmanager-Index stieg im März auf 64,7 Punkte von 60,8 im Februar, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Dies ist der höchste Wert seit Ende 1983.

»Die Stimmung in der US-Industrie steigert sich immer mehr in einen Zustand der Euphorie«, konstatierte LBBW-Analyst Elmar Völker. Verantwortlich dafür sei das Zusammentreffen mehrerer günstiger Faktoren: »Das jüngst beschlossene Konjunkturpaket weckt Hoffnungen auf einen Nachfrageschub, zudem fallen angesichts der stark gesunkenen Corona-Infektionszahlen in den USA immer mehr Restriktionen für Wirtschaft und Konsumenten weg«, erläuterte der Experte.

Der US-Immobilienmarkt erhielt derweil einen Dämpfer. Beeinträchtigt von einer Kältewelle in weiten Teilen des Landes sanken die Bauausgaben im Februar um 0,8 Prozent auf 1,517 Billionen Dollar, wie das Handelsministerium mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang von 1,0 Prozent gerechnet, nach plus…