Die zunächst geplante Osterruhe gibt es nicht. Und doch wird das Leben in einigen Ecken Deutschlands weiter heruntergefahren. Teilweise gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Was kann das nützen?

In immer mehr Regionen in Deutschland werden abends quasi die Bürgersteige hochgeklappt. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Städten und Kreisen, die im Kampf gegen die wieder steigenden Corona-Zahlen nächtliche Ausgangsbeschränkungen beschlossen haben.

Die Millionenstadt Hamburg zählt dazu, die Gegend um Hannover, die Stadt Halle, aber auch etliche Landkreise, zum Beispiel in Brandenburg. Auf die Straße darf man dort in der Regel nur noch aus triftigen Gründen.

Bringen diese Beschränkungen überhaupt etwas?

Wie groß tatsächlich der Effekt ist, lässt sich derzeit nicht genau sagen. Die Datenlage zu dieser Maßnahme, die sich nur schwerlich isoliert betrachten lässt, ist dürftig. Die Erfahrung zeigt: Ja, nach der Einführung der Sperren geht in der Regel die Zahl der Neuinfektionen zurück. Doch das könnte genauso auf flankierende Aktionen wie schärfere Kontaktbeschränkungen zurückzuführen sein.

Grundsätzlich raten Epidemiologen, Kontakte zu meiden. Dabei sind Ausgangsbeschränkungen einer der Bausteine eines ganzen Katalogs. Das Argument: Wer private Treffen am Abend und Partys in der Nacht verhindert, verhindert auch Neuansteckungen.

Was sagen wissenschaftliche Studien?

Dass es einen gewissen Effekt auf die Corona-Zahlen gibt, ist kaum zu bestreiten. Umstritten bleibt allerdings, wie hoch dieser ist, und ob daher die massiven Grundrechtseinschnitte verhältnismäßig sind.

Forscher um ein Team der Universität Oxford fanden jüngst heraus, dass nächtliche Ausgangsbeschränkungen zwar die Verbreitung des Covid-19-Erregers um rund 13 Prozent reduzieren können. Einen…