Hunderte Menschen sind in den vergangenen Wochen von der Militärjunta in Myanmar bei Protesten getötet worden: Die Uno-Sondergesandte für das Land hat nun an den Uno-Sicherheitsrat appelliert, »eine Katastrophe im Herzen Asiens zu verhindern«. Ein Bürgerkrieg stehe bevor.

Christine Schraner Burgener erklärte, sie bleibe offen für einen Dialog mit der Junta, fügte aber hinzu: »Wenn wir nur darauf warten, dass sie bereit sind zu reden, wird sich die Situation nur verschlechtern. Ein Blutbad steht unmittelbar bevor.« Sie forderte das Gremium auf, alle zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen.

Seit dem Militärputsch am 1. Februar sieht sich die Junta massiven Protesten gegenüber, gegen die sie äußerst brutal mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition vorgeht. Nach Angaben von Aktivisten wurden dabei bereits mehr als 535 Menschen getötet.

Am bislang blutigsten Tag der Proteste seit dem Umsturz wurden am vergangenen Samstag, dem alljährlichen »Tag der Streitkräfte«, nach Uno-Angaben mindestens 107 Menschen getötet – darunter sieben Kinder.

Der Uno-Sicherheitsrat in New York befasste sich am Mittwoch in einer Dringlichkeitssitzung mit der jüngsten Gewalt gegen friedliche Demonstranten in Myanmar. Die Sitzung hinter verschlossenen Türen war nach Angaben aus Diplomatenkreisen auf Antrag Großbritanniens angesetzt worden.

China lehnt Sanktionen ab

Chinas Uno-Botschafter Zhang Jun sagte bei dem Treffen: »China hofft, dass Myanmar den Frieden, die Stabilität und die verfassungsmäßige Ordnung baldmöglichst wiederherstellt und den demokratischen Übergang vorantreibt.«

Sanktionen lehne Peking jedoch ab, sagte der Botschafter und erklärte, dass »einseitiger Druck und die Forderung nach Sanktionen« die Spannungen lediglich »verschlimmern« würden. Sollte Myanmar in anhaltenden Unruhen versinken, wäre dies eine »Katastrophe für das Land und die gesamte Region«.

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