Myanmars Militärregierung geht brutal gegen Demonstranten vor – ein Gericht macht derweil der früheren De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi den Prozess. Die 75-Jährige befindet sich seit dem Putsch vor rund zwei Monaten im Hausarrest. Nun wird ihr neben den bisherigen Anklagen auch noch ein Verstoß gegen ein Staatsgeheimnisgesetz vorgeworfen, das offenbar noch aus der Kolonialzeit stammt.

Suu Kyi ist unter anderem bereits wegen »Anstiftung zum Aufruhr« angeklagt, zudem soll sie angeblich Funkgeräte ohne die dafür notwendige Erlaubnis besessen haben und Schmiergelder kassiert haben. Bei einem Schuldspruch könnte sie lebenslang von allen politischen Ämtern ausgeschlossen werden.

Gesundheitszustand Suu Kyis offenbar gut

Am Mittwoch konnte die frühere Regierungschefin zum ersten Mal seit ihrem Hausarrest unter strengen Auflagen mit ihren Anwälten sprechen. Suu Kyi ging es dabei ihren Juristen zufolge allem Anschein nach körperlich gut.

Am Donnerstag erschien Suu Kyi nun vor Gericht. Bei der Anhörung in der Hauptstadt Naypyidaw ging es nur um verfahrenstechnische Fragen sowie die formelle Ernennung von acht Verteidigern. »Sie war klug und charmant wie immer«, sagte ihr Anwalt Khin Maung Zaw. Ein weiterer Gerichtstermin ist für den 12. April angesetzt.

Die Proteste gegen die Militärjunta dauern derweil an, am Donnerstag wurden dabei Berichten zufolge erneut mindestens zwei Menschen getötet. In Monywa im Zentrum des Landes wurde ein Demonstrant erschossen. Zehn Menschen seien verwundet worden, berichteten Rettungssanitäter der Nachrichtenagentur AFP.

Auch in der zweitgrößten Stadt Mandalay kam ein Mensch ums Leben, sechs weitere wurden verletzt. Seit Beginn der Demonstrationen wurden laut Aktivisten bereits mindestens 535 Menschen getötet. Allein am Samstag soll es mehr als 141 Tote gegeben haben.

Das Rote Kreuz beklagte, dass seine Mitarbeiter zum Ziel von Angriffen der Sicherheitskräfte geworden seien. Die Uno-Sondergesandte Christine Schraner…