Die Rechtspopulistin Marine Le Pen will 2022 erneut als Kandidatin bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich antreten. In Vorbereitung darauf hat sie nun angekündigt, den Vorsitz ihrer Partei »Rassemblement National« (ehemals Front National) abzugeben.

Le Pen begründete dies in einem Interview des Monatsblatts »L’Incorrect« damit, dass sie im kommenden Wahlkampf nicht nur ihre Partei repräsentieren wolle – sondern »alle jene, die den nationalen Kampf führen wollen«. Bei der vergangenen Wahl hatte sie es bis in die Stichwahl geschafft und war dort dem heutigen Amtsinhaber Emmanuel Macron unterlegen.

Schon im Februar hatte Le Pen betont, sie wolle die »Kandidatin aller Franzosen« sein. Nach Angaben der Nummer zwei des »Rassemblement National«, Jordan Bardella, wird Le Pen »wahrscheinlich nach dem Sommer« als Parteivorsitzende zurücktreten. Bardella gilt als Favorit für die Nachfolge an der Parteispitze.

Le Pen bezeichnete in dem Interview ihre Siegchancen bei der Wahl im Frühjahr 2022 als so beträchtlich wie nie. Tatsächlich glaubt laut einer aktuellen Umfrage für den Sender BFM-TV fast jeder zweite Franzose an einen Sieg der 52-Jährigen gegen Macron.

Le Pen attackiert den Präsidenten nahezu täglich, sei es aufgrund der Corona-Pandemie oder dessen Flüchtlingspolitik. Unter dem Schlachtruf »Franzosen, erwachet!« wirbt Le Pen für einen Einwanderungsstopp und eine »patriotische« Wirtschaftspolitik.