Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, will bei der Bundestagswahl im September für die Christdemokraten kandidieren. Er wolle für den Wahlkreis 196 in Südthüringen antreten, bestätigte Maaßen. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, der CDU-Kreisverband Schmalkalden-Meiningen habe am Mittwochabend beschlossen, den 58-Jährigen als Bundestagskandidaten zu nominieren. Über die endgültige Kandidatur von Maaßen entscheidet die Delegiertenkonferenz in dem Wahlkreis.

Dort war 2017 Mark Hauptmann in den Bundestag gewählt worden. Gegen den 36-Jährigen läuft allerdings ein Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Thüringen im Zusammenhang mit der Maskenaffäre der Union. Hauptmann hatte kürzlich sein Mandat niedergelegt und war aus der CDU ausgetreten. „Unser Kreisvorstand begrüßt, dass Herr Dr. Maaßen seine Bereitschaft erklärt hat, insbesondere unter diesen schwierigen Umständen“, teilte der Vorsitzende des Kreisverbandes, Ralf Liebaug, mit.

2018 war Maaßen massiv kritisiert worden, nachdem er bezweifelt hatte, dass es nach der Tötung eines Deutschen in Chemnitz“Hetzjagden“ auf Ausländer gegeben hatte. Später sprach er zudem von „linksradikalen Kräften“ in der SPD. Die „Causa Maaßen“ wurde zu einer Belastungsprobe der Koalition aus Union und SPD. Im November des Jahres versetzte ihn Bundesinnenminister Horst Seehofer in den einstweiligen Ruhestand.

Ungläubig reagierte SPD-Bundesarbeitsminister Hubertus Heil auf die Bundestagsambitionen Maaßens. Heil twitterte:

se/kle (dpa, afp, bild)