Trotz Covid-Pandemie rechnet der Konsumgüterhersteller Henkel mit einem umsatzstarken ersten Quartal. Laut Konzern-Mitteilung dürfte der Konzernerlös in den ersten Monaten organisch, also bereinigt um Portfolio- und Wechselkurseffekte, um rund sieben Prozent gestiegen sein. Damit würde das erste Jahresviertel deutlich über dem liegen, was Henkel bisher für das Gesamtjahr erwartet. Für 2021 hat der Vorstand bislang ein Umsatzwachstum um zwei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt.

Getragen wurde die gute Entwicklung im ersten Quartal laut Henkel-Chef Carsten Knobel durch das Klebstoffgeschäft: Die größte Konzernsparte soll ihren Umsatz um 12,5 Prozent steigern. 2020 wurde der Bereich durch einen deutlichen Nachfragerückgang ausgebremst und daher hinter dem Vorjahr zurückgeblieben. In der zweiten Jahreshälfte deutete sich aber bereits eine Erholung an.

Bei Wasch- und Reinigungsmitteln wie Persil und Bref sagt Henkel ein Plus von 3,5 Prozent voraus. In dem Bereich hatte der Hersteller im Corona-Jahr 2020 vor allem von der gestiegenen Nachfrage nach Hygieneprodukten profitiert.

Dagegen ist das Kosmetikgeschäft mit Marken wie Schwarzkopf und Fa coronabedingt im ersten Quartal voraussichtlich nur um ein Prozent gewachsen. Hier dürften sich die Lockdown-Maßnahmen und die teils lange Schließung von Friseurgeschäften niedergeschlagen haben.

Zweite Jahreshälfte weiter ungewiss

Die Investoren reagierten bislang verhalten: Auf der Handelsplattform Tradegate notieren die Anteilsscheine zwar am Donnerstagmorgen rund drei Prozent über Xetra-Schluss vom Vortag. Am deutschen Aktienmarkt rutschte die Vorzugsaktien von Henkel aber nach einem positiven Start am Morgen unter den schwächsten Dax-Werten ins Minus und gaben um knapp ein Prozent nach.

Das Klebstoffgeschäft habe für einen starken Jahresstart gesorgt, schrieb Analyst Guillaume Delmas von der Schweizer Großbank UBS. Von der zweiten Jahreshälfte an lasse sich die Gewinnentwicklung aber weiterhin nicht mehr ganz so…