Zwar gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Impfungen mit verschiedenen Mitteln. Jedoch werde jüngeren Menschen, die zunächst nur eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, „eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs zwölf Wochen nach der Erstimpfung“ empfohlen, heißt es in einem überarbeiteten Beschlussentwurf der Ständigen Impfkommission (Stiko). Dies gelte bis entsprechende Daten vorlägen. In Deutschland sind momentan die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pifzer und Moderna zugelassen.

Das AstraZeneca-Präparat ist ein sogenannter Vektorimpfstoff. Dabei wird einem harmlosen Erkältungsvirus ein kleiner Teil des genetischen Codes des Coronavirus zugefügt. Nach der Impfung soll der Körper dann Antikörper und Abwehrzellen bilden. Die kommen dann in Aktion, sobald eine Infektion mit dem echten Coronavirus erfolgte.

Die Datenlage ist noch dünn

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zu Corona-Schutzimpfungen einer Person mit unterschiedlichen Präparaten in einem Interview: „Tierexperimentelle Daten zeigen, dass die Immunreaktion nach heterologer (zweiter) Impfung gleich ausfällt. Man muss noch wissenschaftlich klären, wie gut der Schutz dann beim Menschen ist. Ich hoffe, dass dazu bald Daten vorliegen.“

Mertens, der Chef der Stiko-Expertengruppe, die beim Robert Koch-Institut angesiedelt ist, sagte weiter, dass man über das Risiko bei zweimaliger Impfung mit AstraZeneca derzeit nur spekulieren könne. „Der nahe liegende Ausweg ist aus meiner Sicht, es gar nicht zu probieren, sondern zur Sicherheit eben als Alternative einen mRNA-Impfstoff zu geben.“

Frank-Walter Steinmeier wird in einem Bundeswehrkrankenhaus mit dem Vakzin von AstraZeneca geimpft

Bund und Länder waren am Dienstag einer Empfehlung der Stiko gefolgt und hatten beschlossen, das AstraZeneca in der Regel nur noch für Menschen über 60 einzusetzen. Bei 2,7 Millionen in Deutschland verabreichten AstraZeneca-Dosen waren 31 Verdachtsfälle…