Nach einem ruckeligen Impfstart in Deutschland beginnen heute die Impfungen in den Hausarztpraxen. Bei einer Pressekonferenz gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen Ausblick auf die Auswirkungen auf die Impfgeschwindigkeit. »Wir werden kommende Woche den nächsten Schritt in dieser Impfkampagne sehen. Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger«, sagte Spahn.

13,8 Millionen Dosen Impfstoff seien bis heute verimpft worden. 9,6 Millionen Deutsche hätten ihre Erstimpfung erhalten, sagte Spahn. 35.000 Hausarztpraxen haben demnach Impfdosen für die kommende Woche angefordert. Insgesamt hätten sie 1,4 Millionen Dosen bestellt. Geliefert werden sollen laut der Planungen von Bund und Ländern zunächst 940.000 Dosen. Ende April sollen mehr als drei Millionen Impfdosen in die Praxen gehen können.

In den ersten beiden Wochen werde ausschließlich der Wirkstoff Biontech in den Praxen verimpft. Darauf werde ab 18.4. der Impfstoff von AstraZeneca folgen, dann der von Johnson & Johnson. Spahn betonte noch einmal, die Wirkung des Impfstoffs von AstraZeneca sei sehr hoch. Zuletzt hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) den Impfstoff nur noch für Menschen empfohlen, die älter sind als 60 Jahre.

Der Impfstart sei für viele Patienten eine gute Nachricht. Wer aber einen Termin in einem Impfzentrum habe, solle diesen nicht absagen.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen ergänzte, in den Praxen schlummere ein riesiges Potenzial. Er sei zuversichtlich, dass es trotz der anfangs geringen Menge einen guten Start in den Praxen geben werde. Auch in den Praxen werde man AstraZeneca gemäß der Stiko-Empfehlung verimpfen. Mengenmäßig spiele aber Biontech die größte Rolle.

Gabriele Overwiening von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erklärte, ihr Verband kümmere sich um Logistik und Dokumentation. Die Zahl der Impfdosen würden sukzessive ansteigen und die Verteilung damit auch komplizierter werden.