Samuel Kasumu, der Berater des britischen Premierministers Boris Johnsons für Rassismus-Fragen, hat seinen Rücktritt angekündigt. Das teilte Downing Street am Donnerstag mit.

Einen Tag zuvor war ein von der Regierung in Auftrag gegebener Bericht einer Kommission zu Rassismus und ethnischen Ungleichheiten (CRED) erschienen, der keinen strukturellen Rassismus in der britischen Gesellschaft sieht.

Ein Regierungssprecher bestätigte Kasumus Ausscheiden aus dem Amt im Mai, betonte aber, dass die Entscheidung nicht mit der Veröffentlichung des CRED-Berichts in Zusammenhang stehe. Die Kommission zu Rassismus und ethnischen Ungleichheiten (CRED) war erst im vergangenen Jahr nach den Protesten der Bewegung »Black Lives Matter« ins Leben gerufen worden.

Der Bericht »scheint die Sklaverei zu verherrlichen«

Der 264-seitige Bericht sorgte in Großbritannien für Empörung. Darin wird beschrieben, dass es in dem Land zwar weiterhin Vorurteile gebe, es aber nicht »institutionell rassistisch« sei. Johnson sagte, das Papier werde dazu beitragen, die Politik über »die wahre Natur der Barrieren und der Diskriminierung, die Minderheiten zweifelsohne spüren«, zu informieren. »Es gibt sehr ernste Probleme in unserer Gesellschaft, die mit Rassismus zu tun haben und die wir angehen müssen«, fügte er hinzu.

Kasumus Ausstieg spreche Bände, trotz der Dementis der Regierung, dass er mit dem Bericht verbunden sei, sagte Marsha de Cordova, Sprecherin für Gleichberechtigung der oppositionellen Labour-Partei. Der Bericht »scheint die Sklaverei zu verherrlichen und suggeriert, dass institutioneller Rassismus nicht existiert, obwohl es Beweise für das Gegenteil gibt«, sagte sie.