Das Bild des Abends lieferte Angreifer Timo Werner. Erst verstolperte er die Chance auf den Führungstreffer gegen Nordmazedonien in der 80. Minute, dann kniete er verzweifelt auf dem Rasen und ließ den Kopf hängen. Werner gab ein Bild des Jammers ab, so wie die komplette deutsche Mannschaft. Als die Nordmazedonier fünf Minuten später den Siegtreffer zum 2:1 durch Elmas erzielten, war die Blamage perfekt. Die Niederlage in der WM-Qualifikation in Duisburg stellt nach dem Debakel gegen Spanien im vergangenen Jahr einen weiteren Tiefpunkt in der auslaufenden Ära Joachim Löws dar.

Vor der Europameisterschaft ist die Stimmung also erstmal im Keller. Wenn man bedenkt, dass die Vorrunden-Gegner Frankreich, Portugal und Ungarn lauten, kann einem angesichts der Leistung am Mittwochabend nur angst und bange werden. Verschlimmert wird die Situation durch die Kritik, die nun auf die Mannschaft und den Trainer einprasseln. Es gibt bereits Stimmen, die den sofortigen Rücktritt des Bundestrainers fordern. Das wird nicht passieren. Aber die Aussichten, dass Löw und sein Team eine gute EM spielen, sind eher trüb angesichts des Abends von Duisburg. „Wir dürfen jetzt auf keinen Fall den Glauben verlieren“ (…) „und auch nicht das Gefühl, dass wir trotzdem in der Lage sind, ein gutes Turnier zu spielen“, appellierte ein schon fast verzweifelter Bundestrainer.

Löw ist aber natürlich nicht der erste Coach in der Geschichte des DFB, der mit schmerzhaften Niederlagen und desolaten Vorstellungen seiner Elf umgehen muss. Herbe Klatschen gab es schon einige (allerdings nicht so viele für einen einzelnen Trainer!). Das ist Anlass genug, mal auf die schlimmsten Niederlagen in den 2000er Jahren (eine längere Rückschau würde den Rahmen sprengen) zurückzublicken – hier also eine kleine Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen der Nationalelf.