Bei einer Frau in Brasilien ist eine neue Variante des Coronavirus festgestellt worden. Die Wissenschaftler des (Instituto) Butantan, die ein Netzwerk für den Alarm für Covid-19-Varianten koordinieren, hätten die neue Variante in der Stadt Sorocaba in der Nähe der Millionenmetropole São Paulo identifiziert, schrieb die Forschungseinrichtung »Instituto Butantan« auf Twitter. Demnach ähnele die neue Variante der südafrikanischen und müsse noch untersucht werden.

Die Variante sei bei einer 34-jährigen Frau entdeckt worden, die leichte Symptome aufwies, berichtete das Nachrichtenportal »G1«. Laut Paulo Menezes, Direktor des Coronavirus-Notfallzentrums von São Paulo, habe die Patientin angegeben, in jüngster Zeit keine Reisen innerhalb oder außerhalb Brasiliens unternommen zu haben.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Im Dezember wurden eine Variante des Coronavirus (B.1.1.7) in Großbritannien sowie eine ähnliche (501Y.V2) in Südafrika nachgewiesen.

Eine brasilianische Variante wurde bereits im Januar entdeckt: P.1 lautet der Name einer besonders aggressiven Virusmutation, die zu großen Teilen für die verheerende Lage in dem Amazonasstaat sorgt. Sie habe sich inzwischen in mindestens sieben Bundesstaaten durchgesetzt und sei auch im Nachbarland Uruguay auf dem Vormarsch.

Weil in Brasilien die Coronapandemie in den vergangenen Wochen nahezu vollständig außer Kontrolle geraten ist, entwickelt sich das Land mehr und mehr zu einem globalen Epizentrum in der Viruskrise. Während die Krankenhäuser in so gut wie allen großen Städten am absoluten Limit arbeiten, warten immer mehr Menschen auf ein freies Intensivbett. Brasilien rangiert bei den weltweiten Fallzahlen auf Platz zwei, direkt hinter den USA.

Im März sind die Todeszahlen in dem Land auf den mit Abstand höchsten Stand seit dem Beginn der Pandemie gestiegen. Binnen…