In der Thüringer CDU gibt es Pläne, Hans-Georg Maaßen als Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufzustellen. Vorsitzende mehrerer Kreisverbände sollen beschlossen haben, dem ehemaligen Chef des Verfassungsschutzes, im Wahlkreis 196 aufzustellen. Es ist der ehemalige Wahlkreis des kürzlich zurückgetretenen CDU-Abgeordneten Mark Hauptmann. Zuerst hatte das Portal »Tichys Einblick« darüber berichtet.

Maaßen bestätigte dem SPIEGEL, im Thüringer Wahlkreis Suhl für die CDU für den Bundestag kandidieren zu wollen. Darüber hinaus wolle er sich derzeit aber nicht äußern: »Zunächst müssen die Parteifreunde in Thüringen entscheiden.« Auf Twitter schrieb er: »Ich freue mich darauf, mich aktiv für eine bürgerliche und vernunftorientierte Politik einzusetzen!«

Auch der Thüringer CDU-Landesvize Raymond Walk und der Landtagsabgeordnete Michael Heym aus dem Wahlkreis bestätigten, dass es in den Kreisverbänden offenbar solch ein Vorhaben gebe. Suhls stellvertretender Kreisvorsitzender Martin Kummer sagte dem SPIEGEL hingegen, er wisse nichts von solchen Überlegungen. In dem Wahlkreis »Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg« gibt es jedoch noch weitere Kreisverbände.

Konkret handelt es sich um den Wahlkreis 196, der bisher als sicherer Wahlkreis für die CDU galt. Dort war Hauptmann direkt gewählter Abgeordneter. In der Maskenaffäre der Union ist er mit Bestechungsvorwürfen konfrontiert. Knapp eine Million Euro soll er mutmaßlich als Provision für Maskengeschäfte erhalten haben. Eine Parteispende an seinem Kreisverband kam ebenfalls von einem Maskenunternehmen. Ebenso wird ihm vorgeworfen, sich unlauter für die Staaten Aserbaidschan, Taiwan und Vietnam eingesetzt zu haben.

Hauptmann hat sein Bundestagsmandat niedergelegt und ist aus der CDU ausgetreten. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Thüringen wegen des Verdachts der Bestechlichkeit von Mandatsträgern.

2018 war Maaßen als…