Es fällt nur das zwischenzeitliche Anlegen der Sicherheitsgurte weg. Na ja, und womöglich auch die Überwindung größerer Distanzen durch die Luft, früher bekannt unter dem Begriff »Flug«. Eine japanische Fluggesellschaft versucht, aus der Coronanot eine Tugend zu machen: Für umgerechnet 460 Euro können sich Kunden von All Nippon Airways (ANA) in einer Boeing 777 ein Menü mit Stopfleber, Krabbenschaum und japanischem Rindfleisch servieren lassen. Beim Einstieg in die Maschine werden Tickets ausgegeben, die wie im Flugverkehr übliche Boarding-Pässe aussehen.

Das Erlebnis sollte für die Kunden so echt wie möglich wirken. So gab es bei der Premiere am Mittwoch etwa zentrale Durchsagen der Crew. Nur auf den Aufruf »Fasten your seatbelt« wurde verzichtet. Neben dem Angebot in der First Class gab es auch eine Möglichkeit, etwa zum halben Preis in der Business-Class einzuchecken. »Die Tickets für das Flugzeug-Restaurant waren nach einem Tag verkauft«, sagte eine Airline-Sprecherin am Donnerstag. Nun seien elf weitere Termine geplant.

Auf Abstand zu unsicheren Häfen

Nicht nur Fluggesellschaften suchen händeringend nach Einnahmequellen, auch Kreuzfahrtanbieter werden in der Krise kreativ. Mehr als 120.000 Menschen haben seit vergangenem Herbst von Singapur aus an sogenannten »Kreuzfahrten nach Nirgendwo« teilgenommen. Die Initiative, über die der südostasiatische Stadtstaat Reisen auch in der Corona-Pandemie ermöglichen will, habe riesigen Zulauf bekommen, teilte der örtliche Tourismusverband am Donnerstag mit. Insgesamt seien 90 Kreuzfahrten ohne Zwischenstopp und Landgänge durchgeführt worden. Dabei habe es keinen einzigen bestätigen Corona-Fall an Bord gegeben, sagte eine Sprecherin des Verbandes.

Dank Gourmet-Mahlzeiten und umfassender Outdoor-Aktivitäten handele es sich bei den mehrtägigen Fahrten um ein komplettes Urlaubsangebot, hatte die Reederei Genting Cruise Lines im Oktober erklärt. Royal Caribbean International – eine weitere Reederei, die…