Kinder zusammengepfercht in einem großen Kasten mit transparenten Plastikwänden. Sie liegen auf Bodenmatten, Folien sollen Wärme spenden. Im Auffanglager Donna in Texas an der US-amerikanischen Grenze wurden zuletzt mehr als 2000 Kinder und Jugendliche länger als die gesetzlich zulässige Zeit von 72 Stunden festgehalten.

O-Ton Oscar Escamilla US-Grenzbehörde »Diese Kinder überqueren den Fluss von selbst. Offensichtlich zahlen die Eltern eine Gebühr an den Schmuggler, das Kartellmitglied oder der Schmuggler bringt das Kind rüber, bringt es zum Fluss, setzt es in ein Floß und sagt: ‚OK, los.‘ Wenn sie am anderen Ufer ankommen, erklären sie ihnen, dass dort ein Grenzbeamter sein wird. Sie werden ihnen erklären, was wir tragen und ihnen sagen: »Stellt euch ihnen.«

Tag für Tag landen mehr als 500 Minderjährige unbegleitet in den Auffanglagern an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Trotz Pandemie kann in den überfüllten Unterkünften kaum Abstand gehalten werden. Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen aus Honduras, Guatemala und El Salvador.

O-Ton Oscar Escamilla US-Grenzbehörde

»Vor etwa anderthalb Monaten habe ich mit einem der kleinen Mädchen gesprochen, und ich habe das auch der Kongressdelegation erzählt. Wir wollten sie ins Krankenhaus schicken. Als ich näher an sie herankam, bemerkte ich, dass sie nicht sprechen konnte. Ich fragte das medizinische Personal, was passiert sei. Sie hatte Wundbrand bekommen. Und der Grund, dass sie nicht sprechen konnte, war, dass sie ihre Stimme verloren hatte, während sie vergewaltigt wurde. Das hat mich sehr getroffen.«

Rund 4100 Menschen sind derzeit in der Einrichtung in Donna. Insgesamt rechnen US-Grenzbeamte mit mehr als einer Million Flüchtlingen, die an der Grenze zwischen den USA und Mexiko ankommen. Nach Angaben der Biden-Regierung wolle man vor allem die Kinder und Jugendlichen so schnell wie möglich aus den überfüllten Grenzeinrichtungen herausholen und mit Verwandten zusammenführen. Das ist allerdings…