Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) zieht aufgrund der steigenden Coronafallzahlen die Reißleine: Menschen, die nicht im Stadt- und Landkreis Tübingen leben, erhalten ab Donnerstag keine Tagestickets mehr an den Corona-Teststationen. Die Regelung gilt bis Ostermontag.

»Es kommen momentan einfach zu viele Personen von auswärts in die Stadt«, sagte Palmer am Mittwoch. Ursprünglich sollte diese Osterregelung des Modellprojekts »Öffnen mit Sicherheit« ab Karfreitag gelten, wurde nun jedoch vorverlegt. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Tübingen lag zuletzt bei 110,2.

Regelung sei »ganz einfach«

Die Regelung bezeichnete Palmer als »ganz einfach«. »Wer sich ohnehin regelmäßig in der Stadt bewegt, kann auch über die Osterfeiertage ein Tagesticket bekommen. Das sind Menschen, die hier wohnen oder arbeiten. Wer nur zu Besuch ist, gehört nicht dazu und bekommt kein Ticket. Das gilt auch für Verwandte, Bekannte und Freunde.«

Mit der hohen Inzidenz verliere der Modellversuch an Aussagekraft. »Zu viele auswärtige Gäste zerstören das Tübinger Infektionsgeschehen und damit den Versuch«, sagte Palmer. Er warb um Verständnis – Menschen außerhalb Tübingens sollten ihren Besuch auf den Sommer verschieben.

Am 26. März hatte das Land dem Antrag zugestimmt, den Modellversuch bis zum 18. April zu verlängern und die Ticketausgabe an Auswärtige zu begrenzen und über Ostern auszusetzen.

Seit dem 16. März können sich Menschen in Tübingen an mehreren Stationen kostenlos testen lassen. Mit der entsprechenden Bescheinigung des Ergebnisses können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen. Die Stadt sieht den Erfolg des Versuchs allerdings seit einiger Zeit durch die wachsende Zahl an Tagesgästen gefährdet.