Schifffahrt
Behörde beginnt Untersuchungen zur Blockade des Suezkanals

Nach tagelanger Blockade durch einen quergestellten Riesenfrachter gibt es im Suezkanal wieder Schiffsbewegung. Foto: Sayed Hassan/dpa

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Am Suezkanal pfeift der Wind oft mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser. Crews sind darauf eigentlich eingestellt. Ermittler sollen nun klären, wie die «Ever Given» trotzdem auf Grund laufen konnte.

Nach dem Ende der Blockade im Suezkanal und vermutlichen Verlusten in Milliardenhöhe haben Ermittlungen zur Unfallursache begonnen.

Die Kanalbehörde forderte den Schiffsdatenschreiber des Containerschiffs «Ever Given» an, das vor gut einer Woche im Kanal auf Grund gelaufen war. Das sagte ein Berater der Behörde der staatliche Nachrichtenseite Al-Ahram zufolge am Dienstagabend. Am Mittwoch sollte die Behörde alle Angaben der «Ever Given» vor und während des Unfalls erhalten. Der Ermittler wollen unter anderem Unfall- und Wartungsberichte sowie Schiffsanlagen prüfen.

Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, hatte einen technischen Fehler sowie menschliches Versagen als mögliche Ursache genannt. Das Ermittlungsteam will deshalb auch Funksprüche während des Vorfalls sowie Handlungen und Anweisungen des Kapitäns prüfen. Das Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM), das für die technische Leitung der «Ever Given» verantwortlich ist, hatte nach dem Unfall «starken Wind» als Ursache genannt. Die Ermittlungen sollen innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein.

Die Verantwortlichen am Kanal bemühen sich unterdessen, einen der größten Schifffahrt-Staus der vergangenen Jahre so schnell wie möglich aufzulösen. Mehr als 160 Schiffe hätten die Wasserstraße seit der Freigabe des Verkehrs am Montag durchfahren, teilte der Kanaldienstanbieter Leth Agencies mit. Etwa 290 warteten am Mittwoch aber noch am nördlichen und…