Knapp elf Monate nach einem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf den saarländischen Innenminister Klaus Bouillon (CDU) sind die Ermittlungen wegen Verdachts des versuchten Mordes eingestellt worden. Trotz aufwendiger Ermittlungen habe man keine Hinweise auf die Identität eines möglichen Täters, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Saarbrücken am Mittwoch mit.

Am 5. Mai 2020 war am Dienstwagen des Ministers festgestellt worden, dass an allen vier Rädern die Radschrauben gelockert waren. Nach Ermittlungen wurden »die Radschrauben mit hoher Wahrscheinlichkeit manuell gelöst«, wie die Generalstaatsanwaltschaft weiter mitteilte. Es habe keine Hinweise auf technische Defekte oder Montagefehler gegeben.

Niemand bekannte sich zur mutmaßlichen Tat

»Die Ermittlungen führten allerdings nicht zu Täterhinweisen«, teilte der Sprecher der Behörde mit. Zeugen konnten keine Angaben zu möglichen Tätern machen, andere Spuren seien nicht entdeckt worden. »Auch Tatbekennungen gingen nicht ein«, hieß es. Die Ermittlungen gegen Unbekannt seien am 22. März eingestellt worden.

Der Minister hatte die Manipulation bei einer Fahrt selbst bemerkt, weil das technische System in der Limousine Alarm geschlagen hatte. Die Limousine stand laut Medienberichten vor Bouillons Privatanwesen in St. Wendel. Anschließend waren die Sicherheitsmaßnahmen für Bouillon verschärft worden.

Nach dem Vorfall hatte die Abteilung Staatsschutz der saarländischen Polizei die Ermittlungen aufgenommen, Politiker zeigten sich entsetzt. »Wenn sich der mutmaßliche Anschlag auf Klaus Bouillon bewahrheitet, ist das ein Angriff auf die Grundfeste unserer Gesellschaft«, sagte ein saarländischer Regierungssprecher. Die Gesellschaft und der Rechtsstaat müssten dem »mit aller Konsequenz entgegentreten«. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verurteilte den mutmaßlichen Anschlagsversuch.