Zwei Tage vor der offiziellen Amtseinführung des neuen Präsidenten im Niger kam es rund um den Präsidentenpalast zu einer Schießerei. Das berichtet DW-Korrespondent Abdoulkarim Mahamadou. Die Nachrichtenagentur AFP meldet mit Verweis auf Bewohner von Niamey, dass es gegen 3.00 Uhr Schüsse von schweren und leichten Waffen gegeben habe. Insgesamt habe der Schusswechsel etwa 20 Minuten gedauert. 

Die Nachrichtenagentur AFP berichtet mit Verweis auf einen Mitarbeiter des Sicherheitsapparats, mehrere Soldaten seien nach einem Putschversuch festgenommen worden. Sie seien daran gehindert worden, sich dem Präsidentenpalast zu nähern. Im Staatsfernsehen wurde über die Schüsse zunächst nicht berichtet. DW-Korrespondent Mahamadou berichtete am Mittwochmorgen: „Die Lage hier ist ruhig und scheint unter Kontrolle zu sein.“ 

Am Nachmittag bestätigte der Regierungssprecher Abdourahamane Zakaria, dass es einen Putschversuch gegeben habe. Mehrere Personen seien festgesetzt worden, nach weiteren werde gesucht. Die Lage sei unter Kontrolle.

Die US-Botschaft setzte ihre konsularischen Tätigkeiten bis auf weiteres aus und empfahl den US-Bürgern, zu Hause zu bleiben. Auch die französische Botschaft empfahl ihren Bürgern, das Haus nicht zu verlassen.

Oppositionsführer beansprucht Wahlsieg für sich

Am Freitag soll im Niger der neue Präsident Mohamed Bazoum in sein Amt eingeführt werden. Der ehemalige Außenminister war mit knapp 56 Prozent der Stimmen von der Wahlkommission zum Sieger erklärt worden. Herausforderer und Ex-Präsident Mahamane Ousmane spricht dagegen von Wahlbetrug und beansprucht den Sieg für sich. Das Verfassungsgericht hat den Erfolg Bazoums allerdings bestätigt.

Für Mittwoch hatte die Opposition eine Demonstration angekündigt. Es wurde dazu aufgerufen, sich vor dem Sitz des Parlaments zu versammeln, um den Sieg von Ousmane zu beanspruchen und die Freilassung von Oppositionsführer Hama Amadou sowie anderen Inhaftierten zu fordern.