Der Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 ist umstritten, vor allem die USA sind wenig begeistert. Erst vor Kurzem hatte der neue US-Außenminister Antony Blinken sein erstes Zweiertreffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas für scharfe Kritik an der Ostsee-Gaspipeline genutzt. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), stellt nun ebenfalls das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 infrage und fordert einen Aufschub des Baus. »Das Projekt ist ein ernst zu nehmender Stolperstein für den Neustart der transatlantischen Beziehungen«, sagte Beyer der »Wirtschaftswoche«. »Die Amerikaner erwarten von uns, dass auch wir nicht nur unsere Rhetorik ändern, sondern Taten sprechen lassen.« Beyer plädiere deshalb für ein Baumoratorium von Nord Stream 2.

Deutschland müsse der Stimmung in den USA Rechnung tragen, forderte Beyer. »Europäische Souveränität darf nicht als Festung Europa missverstanden oder dahingehend umgedeutet werden«, sagte er. »Starkes Europa – ja. Abschottung von den USA – nein.« Die Pipeline soll Gas von Russland nach Deutschland transportieren.

»Die Pipeline spaltet Europa«, sagte US-Außenminister Antony Blinken in der vergangenen Woche in Brüssel. Das Projekt setze die Ukraine und Europa der Manipulation durch Russland aus, und es stehe im Widerspruch zu den von Europa selbst formulierten Zielen mit Blick auf die Energiesicherheit.

Die Bundesregierung lehnt bislang eine politische Intervention zum Stopp des Projekts ab. In Berlin wird unter anderem argumentiert, dass eine Politik, die auf eine wirtschaftliche Isolation Russland setzt, große Gefahren bergen könnte. Zudem soll eine milliardenteure Bauruine vermieden werden. Nach der Fertigstellung könnte dann am Ende immer noch der Betrieb untersagt oder an Bedingungen geknüpft werden.

Die USA lehnen das Projekt mit der Begründung ab, Europa werde dadurch noch stärker abhängig von russischem Erdgas. Eine Behauptung, die die Bundesregierung strikt zurückweist….