Nur wenige Tage vor der Amtsübergabe an den neuen Präsidenten Mohamed Bazoum ist im westafrikanischen Niger ein versuchter Putsch gescheitert. Das gab Regierungssprecher Abdourahamane Zakaria am Mittwoch bekannt.

In der Nacht soll eine Militäreinheit den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Niamey attackiert haben. Die Angreifer seien geflohen, nachdem die Präsidentengarde sie unter schweren Beschuss genommen habe. Mehrere Personen seien festgenommen worden, nach weiteren werde gefahndet. Als treibende Kraft hinter dem Putschversuch gilt der Luftwaffenoffizier Sank Saley Gourouza. Die Lage im Land sei nun wieder unter Kontrolle, erklärte Zakaria.

Das Viertel um den Präsidentenpalast wurde nach dem Anschlag von Sicherheitskräften durchsucht. Die US-Botschaft setzte ihre konsularischen Tätigkeiten bis auf Weiteres aus und empfahl den US-Bürgern Nigers, zu Hause zu bleiben. Auch die französische Botschaft empfahl ihren Bürgern, das Haus nicht zu verlassen. Im Niger wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Überfälle auf Zivilisten verübt. Dabei wurden seit der Jahreswende mindestens 300 Menschen getötet.

In dieser Woche steht erstmals in der Geschichte des westafrikanischen Landes ein demokratischer Wechsel zwischen zwei Staatsoberhäuptern an. Der derzeitige Amtsinhaber Mahamadou Issoufou trat nach zwei fünfjährigen Amtszeiten ab. Mohamed Bazoum von der Regierungspartei PNDS soll am Freitag seinen Amtseid als neuer Präsident leisten, nachdem er im Februar die Wahl gegen seinen Rivalen, Ex-Präsident Mahamane Ousmane, gewonnen hatte. Ousmane spricht von Wahlbetrug.

In der Folgezeit kam es zu verstärkten Angriffen militanter Islamisten und zu Protesten von Anhängern Ousmanes. Auch am Mittwoch gingen diese auf die Straße. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Proteste aufzulösen, wie Augenzeugen berichteten.

Niger ist eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten, die das Mittelmeer erreichen wollen. In den vergangenen Jahren hatte…