Niedrigster Stand seit Jahren
Weniger Firmenpleiten in Corona-Krise

Ein Schild steht an einem Fenster eines geschlossenen Geschäftes am Kurfürstendamm in Berlin. (Archivbild) Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

© dpa-infocom GmbH

Die Corona-Krise ist auch für Unternehmen eine große Herausforderung. Trotzdem scheint sich ihre Not nicht in den Zahlen niederzuschlagen: Unternehmenspleiten sind auf dem niedrigsten Stand seit 1999.

Die befürchtete Welle von Unternehmenspleiten ist im Corona-Jahr 2020 ausgeblieben.

Die Zahl der Firmenzusammenbrüche sank vielmehr auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete.

Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen schlug sich nicht in den Zahlen nieder, vor allem weil die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, in der Corona-Krise ausgesetzt wurde. Ob in diesem Jahr eine Pleitewelle droht, ist umstritten.

Die deutschen Amtsgerichte meldeten im vergangenen Jahr 15 841 Firmenpleiten. Das waren 15,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die bereits seit Oktober 2020 wieder geltende Insolvenzantragspflicht für zahlungsunfähige Unternehmen wirkte sich nach Angaben der Statistiker unter anderem aufgrund der Bearbeitungszeit der Gerichte bislang nur leicht aus.

Für überschuldete Firmen war die Pflicht bis Ende Dezember 2020 ausgesetzt. Dies gilt weiter bis Ende April für jene Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht.

Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit gestellt werden. Experten hatten zunächst befürchtet, dass die Zahl der Firmenzusammenbrüche in diesem Jahr wegen der Corona-Krise deutlich steigen…