Der Münchner Banknotenhersteller Giesecke+Devrient (G+D) hat seine Geschäfte mit Myanmar vorerst eingestellt. Bisher hatte das Unternehmen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für die Herstellung der Banknoten in der myanmarischen Währung Kyat geliefert. Nach sorgfältiger Prüfung habe man entschieden, das Geschäft mit der Staatsdruckerei des Landes auszusetzen, teilte G+D mit.

Das Unternehmen habe die Beziehungen bereits in den vergangenen Wochen eingeschränkt, heißt es weiter. Grund sei das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Opposition in dem südostasiatischen Land, sagte Vorstandschef Ralf Wintergerst. »Die Gewaltexzesse waren einfach zu viel«, sagte der Manager. Seit dem Putsch sind in Myanmar mutmaßlich mehrere Hundert Menschen bei den Protesten gegen die Junta ums Leben gekommen.

Das Münchner Traditionsunternehmen ist einer der weltweit führenden Banknotenhersteller und beliefert mehr als hundert Länder. Der Lieferstopp sei sowohl mit den Vereinten Nationen als auch mit deutschen Behörden und Botschaften abgesprochen – Wintergerst führte aber nicht näher aus, welche Diplomaten aus welchen Ländern eingebunden waren. Wie viel Umsatz dem Unternehmen mit dem Lieferstopp verloren geht, sagte Wintergerst ebenfalls nicht.

Banknotendruck, Maschinen und Dienstleistungen rund ums Bargeld sind nach wie vor das Hauptgeschäft des Unternehmens. Die Coronapandemie ging auch an G+D nicht spurlos vorüber. Im vergangenen Jahr sank der Umsatz um fünf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.