Modekonzern
H&M reagiert auf Boykott-Probleme in China

Nach der Verhängung von EU-Sanktionen gegen China sind die schwedische Modekette und andere ausländische Unternehmen von der chinesischen Regierung unter Beschuss geraten. Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

© dpa-infocom GmbH

Dass die jüngsten Quartalszahlen von H&M einen Verlust aufweisen, überrascht wegen der Corona-Lage nicht. Die Schweden haben jedoch noch ein weiteres Problem.

Der schwedische Moderiese Hennes & Mauritz (H&M) hat mit einem Bekenntnis zum chinesischen Markt auf die anhaltenden Boykott-Probleme in der Volksrepublik reagiert.

Man arbeite mit Kollegen in China zusammen, um die derzeitigen Herausforderungen zu bewältigen und einen Weg voran zu finden, teilte der Konzern am Mittwoch in Stockholm mit. «China ist ein sehr wichtiger Markt für uns und unser langfristiges Engagement für das Land bleibt stark.»

Dabei unterstrich das Unternehmen, seit mehr als 30 Jahren in dem Land aktiv zu sein und dabei bemerkenswerte Fortschritte innerhalb der chinesischen Textilindustrie beobachtet zu haben. H&M strebe danach, das Vertrauen von Verbrauchern, Kollegen und Geschäftspartnern in China wiederzugewinnen.

Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr verkündet, keine Baumwolle mehr aus der chinesischen Region Xinjiang beziehen zu wollen. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach die muslimische Minderheit der Uiguren dort Zwangsarbeit verrichten müsse.

Damals hatte es zunächst keine schärfere Reaktion aus Peking gegeben. Nachdem die EU aber Anfang vergangener Woche erstmals seit über 30 Jahren wieder Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen gegen China verhängt hatte, ist H&M wie andere Mode- und Sportmarken in China massiv in die Kritik geraten. Chinesische Verbraucher würden «mit den Füßen abstimmen und widerspenstige Unternehmen boykottieren»,…