Nach der Karwoche kommen die K-Wochen

Von wegen Kamillentee! Der CDU-Vorsitzende will in die Offensive kommen, sich endlich mal als Macher inszenieren. Dafür hat sich Armin Laschet beim Startschuss fürs Wahlprogramm für seine Verhältnisse weit vorgewagt. Er distanzierte sich von der Kanzlerin, versprach ein besseres Corona-Krisenmanagement.

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Armin Laschet

Foto: CLEMENS BILAN / POOL / EPA

Doch Laschet hatte kaum ausgeredet, da stand in München schon der Mann vor der Presse, der den Begriff Macher für sich erfinden würde, gäbe es ihn noch nicht: Markus Söder gab ein paar Schmutzeleien über den CDU-Chef zum Besten »sehr seltsam«, dass sich Laschet ein halbes Jahr vor der Wahl mit der Kanzlerin streite. Ein paar Stunden später dann die nächste Runde im AstraZeneca-Impfchaos.

Laschet? Offensive? War da was?

Wir erleben dramatische Tage. Die dritte Welle der Pandemie baut sich mit jedem Tag immer weiter auf, die Wissenschaft warnt und warnt, Kanzlerin und Ministerpräsidenten schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, ohne dass etwas passiert. Und mittendrin spitzt sich der Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union immer weiter zu.

Wo soll das alles enden? Für die Pandemie liegen die wenig erbaulichen Modellrechnungen der Experten auf dem Tisch, Bund und Länder aber verlieren wertvolle Zeit, die Welle noch zu brechen.

Dagegen wirkt das K-Gerangel zwischen CDU und CSU klein. Doch es ist mit der Coronakrise untrennbar verbunden. Zum einen gilt als kanzlertauglich, wer die Krise gut managt. Söder hat im Wahlvolk die Nase vorn (siehe die Umfrage weiter unten), Laschet aber kann – trotz vereinzelter Söder-Outings – wohl noch immer auf die Unterstützung der CDU zählen. Nicht, weil er so toll wäre, sondern aus Selbstachtung der Christdemokraten gegenüber der CSU.

Zum anderen lähmt das Söder-Laschet-Duell den Kampf gegen das Virus. Statt entschlossen und geschlossen das Notwendige zu tun, beäugen sich die beiden…