Die Kirschblüte in Japan hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter nach vorn verschoben, zeigen neue Analysen. Demnach erreichte die Blüte ihren Höhenpunkt in diesem Jahr schon am 26. März – so früh wie noch nie seit dem Jahr 812, berichten Forscher der japanischen Universität in Osaka.

Schon in den Jahren zuvor sprossen die Blüten tendenziell immer früher – wahrscheinlich eine Folge des fortschreitenden Klimawandels. Die Aufzeichnungen zur Kirschblüte in Japan reichen teilweise mehr als 1200 Jahre zurück.

Selbst in Gerichtsakten wurde die Kirschblüte dokumentiert

Denn sie ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch von kultureller Bedeutung. In überlieferten Tagebucheinträgen finden sich detaillierte Beschreibungen der Kirschblüte, selbst in Gerichtsakten wurde sie festgehalten.

Sakura, so nennen die Japaner die berühmte Kirschblüte. Die Zeit, wenn auf dem Inselstaat die Bäume in dezentem Rosa stehen, gilt als Höhepunkt des Frühlings. Das Ereignis steht für weibliche Schönheit und auch für Aufbruch. Überall werden dann Kirschblütenfeste gefeiert.

Besonders früh blühten die Kirschbäume in diesem Jahr in Kyoto. Der Frühling dort war in diesem Jahr ungewöhnlich warm. Ein Trend, der sich in den vergangenen Jahrzehnten immer deutlicher abzeichnet. Der bisherige Rekord liegt jedoch schon Jahrhunderte zurück. Im Jahr 1409 erreichte die Kirschblüte demnach schon am 27. März ihren Höhepunkt – einen Tag nach dem nun geltenden Rekord.

Japan will bis 2050 klimaneutral werden

Doch schon seit dem Jahr 1800 schiebt sich die Kirschblüte immer weiter nach vorn, von Ende April hin zur Mitte des Monats. Dass der Höhepunkt nun schon Ende März erreicht ist, bedeutet einen neuen Spitzenwert. In Hiroshima begann die Kirschblüte in diesem Jahr schon am 11. März, acht Tage früher als der bisherige Rekord aus dem Jahr 2004.

Klimaschützer hatten zuletzt den Druck auf die Regierung in Tokio erhöht, in der Klimapolitik ambitionierter aufzutreten. Im…