Frühjahrsbelebung
Arbeitsmarkt in Deutschland trotzt der Corona-Krise weiter

Eine Frau geht in die Agentur für Arbeit. (Archivbild) Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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Der Arbeitsmarkt in Deutschland trotzt der Corona-Krise weiter. Fast 80.000 Menschen weniger sind arbeitslos als noch im Februar. Doch die Sorgen bleiben – auch wegen des Verhaltens in der Politik.

Auf den ersten Blick könnte Detlef Scheele zufrieden sein: Der Chef der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit blickt im März auf einen Arbeitsmarkt, auf dem die Zahl der Menschen ohne Job gegenüber dem Februar um 77.000 zurückgegangen ist.

Trotz des immer wieder verlängerten Corona-Lockdowns ist der Rückgang sogar ein bisschen üppiger ausgefallen als um diese Jahreszeit ohnehin üblich. Stabilität also am Arbeitsmarkt trotz der Krise – wenn da nicht drei Sorgenkinder wären: Langzeitarbeitslose, der Ausbildungsjahrgang 2021 – und die Politik.

Die Halbherzigkeit bei der Umsetzung der Beschlüsse zu Anti-Coronamaßnahmen vor allem in einigen Bundesländern könnte nach Ansicht Scheeles dazu führen, dass letztlich auch die deutsche Industrie um Schließungen nicht herumkommt. Dann würde ausgerechnet das Zugpferd lahmen, das derzeit mit seinem Auftragsboom vor allem aus dem Ausland die gesamte Wirtschaft hochhält und an dem alle positiven Wachstumsprognosen hängen. Die derzeit geschlossenen Branchen wie Gastronomie, Touristik und stationärer Einzelhandel spielen nach Ansicht von Volkswirten für die Bruttowertschöpfung eine untergeordnete Rolle. Deshalb müsse alles getan werden, was möglich sei, um die Industrie am Laufen zu halten.

«Es wäre wahrscheinlich besser, kurz und hart einzugreifen», sagte Scheele und berief sich auf den Rat der Wirtschaftsforschungsinstitute. «Die Inzidenzzahlen, die die Virologen voraussagen, treten ja alle ein, das ist ja das…