EU-Impfstoffstreit
Österreich ist mit Corona-Kompromiss unzufrieden

Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, setzt bei einer Pressekonferenz seine Mund-Nasen-Bedeckung auf. (Archivbild) Foto: Roland Schlager/APA/dpa

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Die EU streitet um die Verteilung von Impfstoffen. Nun wurde ein möglicher Kompromiss diskutiert – Österreich zeigt sich jedoch unzufrieden. Das stößt bei anderen Mitgliedsstaaten auf Unverständnis.

Im erbitterten Streit um Corona-Impfstoffe haben die EU-Staaten einen möglichen Kompromiss diskutiert.

Der portugiesische EU-Vorsitz habe einen Vorschlag zur Verteilung von zehn Millionen Impfdosen der Hersteller Biontech/Pfizer gemacht, der besonders bedürftigen Staaten helfen soll, berichteten Diplomaten. Österreich ist damit aber noch nicht zufrieden. Ein Diplomat sprach von einem «Erstvorschlag» als Basis für weitere Verhandlungen.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatte zusammen mit weiteren EU-Staaten eine ungleiche Verteilung der Impfstoffe unter den 27 Mitgliedern beklagt. Daraufhin beauftragte der EU-Gipfel vorige Woche die EU-Botschafter, eine vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Biontech/Pfizer-Dosen so aufzuteilen, dass Löcher gestopft werden.

Der portugiesische Vorsitz schlug vor, drei der zehn Millionen Impfdosen für sechs besonders bedürftige Länder zu reservieren, nämlich Bulgarien, Kroatien, Estland, Lettland, die Slowakei und Tschechien. Die übrigen sieben Millionen Impfdosen sollen wie üblich nach Bevölkerungsanteil unter allen 27 Staaten verteilt werden. Österreich würde demnach nicht besonders berücksichtigt.

Bisher lief die Verteilung der von Brüssel zentral bestellten Impfstoffe so: Grundsätzlich hat jeder der 27 Staaten Anspruch auf einen Anteil nach Bevölkerungsstärke. Schöpft ein Land seinen Anteil nicht aus, können andere…