von Daniel Bakir

31.03.2021, 14:00 Uhr

Berufstätige Frauen hat es laut einer aktuellen Studie im Corona-Jahr besonders hart getroffen. Politikerin Dorothee Bär und die Deutschland-Chefin des Karrierenetzwerks LinkedIn diskutieren, was getan werden muss.

Ein Jahr Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt stark verändert. Manche Branchen leiden, andere boomen. Homeoffice hat sich in einigen Bereichen etabliert, gleichzeitig fiel für viele Familien Schule und Kinderbetreuung zeitweise weg. Der aktuelle „Global Gender Gap Report“ des Weltwirtschaftsforums kommt zu dem Ergebnis, dass Frauen beim Streben nach Gleichberechtigung in der Corona-Krise um Jahre zurückgeworfen wurden. Auch Analysen des Karrierenetzwerks LinkedIn, das Daten für den Report zugeliefert hat, bestätigen, dass es jobmäßig kein gutes Jahr für Frauen war.

Sind Frauen die großen Verlierer der Pandemie? Und was muss getan werden, um das zu ändern? Der stern hat mit LinkedIn-Managerin Barbara Wittmann und Spitzenpolitikerin Dorothee Bär (CSU) über ihren Blick auf das Thema gesprochen.

Frau Wittmann, Ihre Studie kommt zu dem Schluss, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt weltweit von der Pandemie stärker betroffen sind als Männer. Trifft das auch für Deutschland zu?

Barbara Wittmann: Ja, diesen Trend sehen wir auch in Deutschland. Der Knick bei den Neueinstellungen im vergangenen Jahr hat Frauen stärker betroffen als Männer. Außerdem wurden weniger Frauen in Führungspositionen eingestellt.

Woran liegt das?

Wittmann: Ein Grund ist, dass einige Branchen, in denen überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten, besonders stark betroffen waren, zum Beispiel der Tourismus. Unsere Daten zeigen aber auch, dass Männer häufiger als Frauen in boomende Bereiche wie die Tech-Branche wechseln. Wir sehen, dass Männer auch mit einem weniger passenden…